Programmkino - Die Erfindung der Wahrheit [FSK 12]

Hochaktueller Politthriller

Die überaus erfolgreiche politische Strategin Elizabeth Sloane (Jessica Chastain) arbeitet für die alteingesessene Kanzlei George Dupont und wird immer dann engagiert, wenn die Einflussnahme einer skrupellosen und selbstbewussten Lobbyistin benötigt wird. Sloanes Strategien sind durchweg von Erfolg gekrönt und so soll sie nun für die mächtige Waffenlobby der Vereinigten Staaten dafür sorgen, dass ein neues Gesetz zur schärferen Kontrolle von privatem Waffenbesitz nicht verabschiedet wird. Doch nach einem Konflikt mit ihrem Boss Dupont (Sam Waterston) wechselt Sloane überraschend die Seiten und schnell wird klar, dass sie ihre eigenen Ziele verfolgt. Statt zur stärksten Waffe der Lobby wird sie nun zu deren gefährlichsten Gegnerin, doch ihr Engagement könnte Sloane nicht nur ihre Karriere, sondern auch einen hohen persönlichen Preis kosten… „Shakespeare In Love“-Regisseur John Madden inszeniert „Die Erfindung der Wahrheit“ in der Tradition klassischer Politthriller der 1970er Jahre wie „Die Unbestechlichen“ – kühl, sachlich, auf den Punkt. Mit Alan Pakulas Aufarbeitung des Watergate-Skandals hat das fiktive Tauziehen um das Waffengesetz nicht nur die konspirativen Treffen in Parkhäusern gemeinsam. Hier wie dort wird mit harten Bandagen gekämpft, daher liegt immer eine gewisse (An-)Spannung in der Luft. Die wichtigste Waffe der Kontrahenten ist indes das Wort. Gezielt gestreute Informationen, geschickt zugespitzte Fakten, versteckte Drohungen, unmoralische Angebote: Die präzisen, schnell gesprochenen Dialoge stehen im Zentrum des Films und die Schauspieler geben ihnen das entsprechende Gewicht. In den Nebenrollen setzen dabei vor allem Mark Strong („Dame, König, As, Spion“) als überzeugter Kämpfer für härtere Waffengesetze, Gugu Mbatha-Raw („Jupiter Ascending“) als ein Opfer von Waffenmissbrauch, das Elizabeth zum Gesicht ihrer Kampagne macht, und John Lithgow („The Crown“) als doppelgesichtiger Senator markante Akzente. Eric Lavaine erzählt eine turbulente Boulevardkomödie mit einem temporeichen und furiosen Finale. So schön können französische Komödien sein. Ab 19 Uhr gibt es wie immer Sushi - Schüler und Studenten zahlen keinen Eintritt.